Auf gute und anregende Nachbarschaft


Da sind wir wieder ... mitten im Leben an des neuen Jahres Anfang. Überschattet von manch trauriger Botschaft aus der großen weiten Welt und auch aus unserem Land, geht das Leben weiter und rennt und rennt.

In Grüna staunten wir über die vielen Besucher zum Pyramideanschieben und den sogenannten i-Punkt setze unser kleiner, feiner Weihnachtsmarkt. Die vollbesetzte Kirche am Heilig Abend ließ dann vermuten, dass der Jahreswechsel nicht mehr weit ist. Und dann schlitterten wir pünktlich am 2. Januar mit Schnee in die erste Woche von 2017.

Rückblickend gab es einige positive Veränderungen. So wurde der Kreisverkehr geöffnet, wobei es manchmal glücklich wäre, wenn die installierten Lampen ein Zeichen der Erleuchtung in die dunkle Nacht senden würden. Erleuchtung brachte auch scheinbar die Trockenlegung des gewissen Etwas an der Ecke der Karl-Liebknecht-Straße: Keller mit Aussicht oder vorübergehende Unterstellmöglichkeit für selbstbewegliche KFZ oder Teil eines noch in Planung befindlichen Grünaer Hochhauses? Nun ja, es war für alle Fälle eine hervorragende Aufwertung für das Außengelände, welches seit langem für Nachdenklichkeit sorgte. In diesem Sinne wird nachträglich die „Goldene Rasenbordplatte" für nachhaltige Grundstücksbegrenzungen 2016 verliehen.

Und 2017? Lassen wir uns überraschen, ob das letzte Stück der Chemnitzer Straße die langersehnte Sanierung erfährt, vielleicht auch die zweite Seite des Fußweges Karl-Liebknecht-Straße ein angenehmes Äußeres erhält. Und wie es um die Umsetzung unseres geplanten Trimm-Dich-und-Kneipp-Pfades für Generationen steh – Sie werden auf dem Laufenden gehalten.

Ein kleiner Wunsch wie jedes Jahr meinerseits wäre da die Pflege eines guten Nachbarschaftsverhältnisses. Lieber mal investiert in ein kleines gemeinsames Zaun-Bier mit Gespräch als die Kohle zum Anwalt getragen und seinen Frust alleine mit einer Flüssigkeit von hopfenartigem Geschmack runterzuspülen und einsam alte friedliche Zeiten Revue passieren zu lassen.

Ja, na klar, zu feiern wird es auch wieder genug geben, ein kleiner Auszug davon steht ja im Mittelteil unseres gemeinsamen Veranstaltungskalenders. Erwähnung sollte finden, dass auch zum Beispiel der Handballverein 95 Jahre wird, die Scheibenschützen-Gesellschaft Grüna 1850 e.V. ihr neuzeitlich gegründetes 15jähriges Jubiläum feiert, unser Posaunenchor zum 115jährigen sich ein Ständchen spielen wird und auch unsere Geflügelzüchter auf 120 Jahre Wettkrähen stolz zurückblicken können. Nicht zu vergessen alle, welche auch in diesem Jahr wieder in den Genuss kommen, ihren Geburtstag selbst feiern zu können.

Kaum zu glauben, unserem Faschingsclub erreichte eine Brieftaube mit der Bitte, man möge doch seinem Ehrenmitglied zum neuen Jahre bei einem Tässchen Kaffee etwas über die vergangene Zeit seit dem letzten Treffen berichten. So machte sich also am 24. Januar der OV nach Berlin auf, im Gebäck allerhand Süßigkeiten. Nun denn, man wollte im Kanzleramt eben wissen, warum vieles hier geht im kleinen Rahmen und ob man das vielleicht umsetzen kann im großen...

Und wenn es nicht klappt, steht vielleicht irgendwann am Ortseingangsschild: „Grüna – heimliche Hauptstadt der Herzen". Immerhin ist es jetzt schon das letzte Dorf vor der Autobahn. Auf der ging es dann auch am nächste Tag weiter Richtung Landeshauptstadt, denn unser Ministerpräsident wollte auch etwas von den Keksen. Nun wir sind gespannt und müssen nicht nach der großen Politik schauen, vielmehr schauen wir nach Chemnitz, beobachten, wie über den Haushaltsplan entschieden wird. Und sollte es einmal mehr geben – bitte nicht sparen, dass kurzfristig Zugeständnisse gehen, haben wir beobachtet.

Beobachtet auch mit einem weinenden Auge, um auf den Anfang zurückzukomme. Der plötzliche Wintereinbruch und das auch noch zu dieser Jahreszeit – wer hätte das gedacht! Schnee, echter Schnee, nicht aus der Tiefkühltruhe, und das trotz Klimawandel. Selbst die vielen kleinen privaten Winterdienste, welche in einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhielten, waren mit diesem Umstand mehr als überfordert. Manche kamen erst zwei Tage später. Entweder hatte das Navi unser Rathaus nicht gefunden oder war die Besatzung des Fahrzeuges aufgrund gewisser Umstände wirklich so weit angereist. Dabei haben wir alles doch im Ort. Danke an alle, die den „Außerortischen" gezeigt haben, wie es gehen kann. Schön war auch zu beobachten, wie sich Nachbarn faktisch den Schnee zuschieben. Entspannung gab es dann erst beim gemeinschaftlichen Aufregen über unverhofft neue Schneemassen, herbeigeführt durch das lang erwartete städtische Streufahrzeug, welches scheinbar wusste, dass Herr Runkel in Grüna nicht blitzen lässt. Wobei eine festgefahrene Schneedecke sicherlich auch viele Vorteile hätte.

Nun freuen wir uns erst mal nicht nur auf den Start in das neue Jahr, nicht nur auf den vor uns liegenden ersten Ortschaftsanzeiger des Jahres 2017, nicht nur auf den Umstand, dass viele fleißige Helfer ihn in so manchen Schlitz steckten (welcher einen Briefkasten zugeordnet werden sollte), sondern auch, dass wir ihn selbst noch lesen können, weil wir noch leben.

Deshalb bleibt auch 2017 unsere Devise,

reg Dich nicht zu viel auf, sondern genieße!

Und wer die ganz Großen und Reichen und manchmal auch Schönen sehen will, der sollte sich Restkarten für Februar für das KiG besorgen. Denn dort feiert die „Schickeria vom Chemnitzer Westen" – eben weil Grüna die heimliche Hauptstadt der Herzen ist.

Und solange es das Rathaus gibt in diesem Orte,

kannst Du auch noch ruhig verlassen Deine Pforte.

Ihr wisst ja, wo es steht,

dort wo sich die Pyramide dreht...

Zum Schluss geht noch ein lieber Gruß ganz „FIX" zu unseren lieben Nachbarn nach Mittelbach. Auf weiterhin viele gemeinsame Unternehmungen, schöne Momente und auf – was hatte ich vorhin geschrieben – ach ja: ein gutes und angenehmes Nachbarschaftsverhältnis ... wir sehen uns.

Euer Lutz aus der

Chemnitzer Straße 109

 

Ortschaftsanzeiger Grüna Mittelbach Februar 2017