Baumgarten- Kenn ich doch längst

Baumgarten? Kenn‘ ich doch längst...

... so scheinen die Grünaer zu denken, denn die allermeisten Besucher unserer neuen Ausstellung kamen bisher aus Chemnitz, aus dem Landkreis und aus Mittelbach. Zur Eröffnung am 20. September kam ein Ehrengast sogar vom Bodensee – doch der Reihe nach.

Mancher wird sich dunkel erinnern: Da gab’s schon mal eine Ausstellung im Folklorehof, seit 1994, doch die wurde 2015 aus Brandschutzgründen geschlossen. Als Ersatz richtete uns die Stadt einen neuen, sehr schönen Raum im Rathaus her – aber die Gedenkausstellung für die wichtigsten deutschen Luftschiffpioniere des 19. Jahrhunderts, Georg Baumgarten und Hermann Wölfert, die musste der Heimatverein selbst konzipieren und errichten. Es ist überhaupt keine Abwertung der „alten“ Ausstellung, wenn am Ende alles neu und vieles anders wurde – selbst unser „Oberfärschter“, über den wir nach spannenden Recherchen überraschende Erkenntnisse gewannen. Nein, liebe Grünaer,

diesen Baumgarten kennen Sie noch nicht!

In einem hellen und immer gut temperierten Ausstellungsraum finden Sie, unter Einsatz moderner Laser-, Video- und Multimediatechnik,

  • viele Informationen über die Luftschiff-Geschichte,

  • alles über Baumgarten und Wölfert, sowie

  • Infos, Bilder und Videos über Grünas Geschichte und Gegenwart.

Die Öffnungszeiten sind zunächst donnerstags von 13.30 – 18.00 Uhr (wie Bürgerservice nachmittags) und sonnabends von 14.00 – 17.00 Uhr. Gern vereinbaren wir mit Ihnen aber auch (fast) jeden anderen Termin, nach Wunsch mit oder ohne Führung. Suchen Sie noch ein Kulturprogramm für Ihr Klassentreffen oder Ihre Familienfeier, das Sie an keinem anderen Ort der Welt bekommen? Dann schreiben Sie an kontakt_at_heimatverein-gruena.de. Das Eintrittsgeld von 3 Euro (Erwachsene) bzw. 1 Euro (Kinder ab 6) ist garantiert gut angelegt.


Einige Mitglieder des Heimatvereins Grüna. Die Damen von links: Christine Vieweg, Marion Ozanik, Regina Maibach. Die Herren von links: Steffen Schaarschmidt, Karl Zimmermann, Jens Bernhardt, Fritz Stengel, Walter Bunzel, Ulrich Semmler, Klaus Sohr

Falls nun meine einleitenden Worte Sie an Käse-Maik, Aal-Volker oder Wurst-Achim erinnern, dann ist das nicht beabsichtigt – obgleich jedes Wort zutrifft. Vielleicht erkennen Sie aber den Stolz der Macher und Unterstützer dieses Projektes auf das Ergebnis rund zweijähriger und manchmal nervenaufreibender Arbeit. Dabei behaupten wir nicht, fertig zu sein – weitere Ideen warten bereits auf Umsetzung, genau wie einst bei unserem Fliegenden Oberförster, Aeolus hab‘ ihn selig. Wir würden uns freuen, Ihr Interesse am Thema „Luftschiffpioniere“ oder auch „Heimatpflege“ wecken zu können, und wir würden uns riesig freuen, mit Ihnen einen neuen Mitstreiter (m/w) zu gewinnen.

Also: Die Eröffnung. Viele waren eingeladen, leider nicht alle lasen bis zur Zeile „Um Rückantwort wird gebeten“. Den Auftakt bildete am Vormittag des 20. September ein Besuch des „Sachsenspiegel“-Teams. Man filmte und interviewte bestimmt eine Stunde lang – heraus kam am Abend eine Kurzmeldung von genau 23 Sekunden.


von links: Jens Bernhardt (Vorsitzender des Heimatvereins); Wolfgang von Zeppelin; Fritz Stengel (Arbeitsgruppe Ausstellung)

Um 18 Uhr begann eine Feierstunde für Ehrengäste. Extra vom Bodensee angereist war Wolfgang von Zeppelin: kein Nachkomme, aber Verwandter des legendären Grafen, seit vielen Jahren mit dem Thema Luftschiffe beschäftigt und auch mit den Grünaer Freunden des „ganz kleinen“ Vorkämpfers des großen Zeppelin verbunden. (Sein Buch über Ludwig Dürr, den Chefkonstrukteur der Zeppelin-Luftschiffe ab LZ 2, und die Geschichte der gesamten Zeppelin-Luftschifffahrt, können Sie in der Ausstellung erwerben.)


von rechts: Günter Schulz; Hermann Wölfert; Georg Baumgarten

Und aus Rottweil am Neckar war Günter Schulz gekommen, geboren in Leipzig und Urenkel des Luftschiffpioniers Dr. Hermann Wölfert. Günter ist seit Jahrzehnten mit Grüna in Verbindung, hat ganz viel über Wölfert und Baumgarten recherchiert und zusammengetragen und 2007 zur Veranstaltung „Grüna geht in die Luft“ sein ganzes Archiv dem Industriemuseum Chemnitz übergeben. Damals wurde auch sein Buch (gemeinsam mit Horst Teichmann) über diese unvergessenen Luftfahrtpioniere und ihre tragischen Schicksale vorgestellt (welches Sie ebenfalls in der Ausstellung kaufen können). – Weitere Gäste kamen aus Dresden, Leipzig, Colditz, und natürlich aus Grüna.


Flugsimulator“ á la „Baumgarten NT“: Liebe Kinder, ausprobieren!

Zum Auftakt erklang vom großen Video-Gerät die „Baumgarten-Hymne“ des Gesangsvereins Grüna-Mittelbach aus einem Auftritt von 2010, mit Flugbildern, wie sie einst unser Oberförster von seinem Luftschiff aus gesehen haben könnte. Es folgten Begrüßungsansprachen von Jens Bernhardt und Fritz Stengel (Heimatverein) sowie Grußworte der beiden genannten Ehrengäste. Ein Wort des Grünaer Ortsvorstehers wäre sicher auch angebracht gewesen. Mit Sekt und Häppchen und lockeren Gesprächen nahm der Abend seinen weiteren Lauf; viele fleißige Hände des Heimatvereins hatten für einen ansprechenden kulinarischen Rahmen gesorgt.

Am Sonnabend folgte die Eröffnung für die Grünaer und für Nachbarn, und wieder hatten wir einige sehr interessierte Besucher. Überraschungsgäste: Das Ehepaar Wölfert aus Bad Salzuflen. Für die kulturelle Umrahmung des Nachmittags sorgte der Grünaer Posaunenchor mit einem ansprechenden Konzert, bei schönstem Wetter auf der Rathauswiese.


Der Posaunenchor Grüna in Aktion

Nicht zu toppendes Wanderwetter hatten die Teilnehmer am Sonntag auf dem Baumgarten-Rundweg. An der Schanze begrüßte uns Frank Albrecht, Vorsitzender des Wintersportvereins, mit einer kleinen Stärkung. Auch die Ski-Flieger sind ja mit den Luftschiff-Fliegern seit Jahren verbunden.

Allen Gästen, Mitwirkenden und Helfern dieses gelungenen Wochenendes ein herzliches Dankeschön!

Ganz großer Dank gebührt jedoch allen Unterstützern unseres Projektes mit Rat und Tat, mit Geld und Material. An erster Stelle danken wir Frau Sandy Rothe von der Firma Graphicus Chemnitz für ihre museumsfachliche und gestalterische Beratung und grafische Umsetzung. Wenn auch nicht das klassische Sponsoring, so spendete sie uns doch viel Geduld und Rücksicht auf unsere eigenen Wünsche und auf die Grenzen unserer Vereinskasse. Der Stadt Chemnitz sei Dank für die „Anschubfinanzierung“ von 2015, für die Herrichtung des Ausstellungsraumes und für einen freundlichen Mietvertrag. Dem Ortschaftsrat danken wir für eine zweckgebundene Sonderzuteilung aus seinen Verfügungsmitteln, und der Volksbank Chemnitz (Filiale Grüna) für einen großen Scheck bereits 2016.

Wir danken dem Zimmerermeister Steffen Beckmann für die wunderschöne Gondel des abgebildeten „Flugsimulators“, mit der er sich als würdiger Nachfolger auf dem Werkstattgelände des Tischlermeisters Albert Trochold erwiesen hat (welcher einst Holzarbeiten für Baumgarten machte). Dank an Herrn Baumgarten-Apotheker Richard Aurich für das TV-Gerät und die Luftaufnahmen, und an Herrn Uwe Dittrich für die hochmoderne Lasersteuerung Marke Eigenbau an der Luftschiff-Übersicht. Vom Zeppelinmuseum Friedrichshafen erhielten wir ein originalgetreu und sehr filigran gefertigtes Modell eines Wölfert-Luftschiffes. Die Raumteiler-Wand wurde in kostenloser Arbeit errichtet von Mike Bernhardt und Thomas Aurich. Verschiedene grafische Arbeiten (so auch die lebensgroßen Figuren, die aus den Fenstern nach Besuchern Ausschau halten) übernahm zu sehr günstigen Konditionen wieder einmal die Firma ACTIV Werbung Chemnitz – danke, Uwe, Korinna und Lothar.


Ein Prosit auf die Grünaer Überflieger!

Eine sehr hilfreiche Geldspende haben wir von einem ehemaligen Grünaer erhalten, der nicht genannt sein will – ja, auch das gibt es noch! Wir bitten seinen Verbindungsmann, ihm eine Kopie dieses Artikels zu übermitteln mit einem ganz herzlichen Dankeschön und der Einladung zu einer (selbstverständlich kostenlosen) Sonderführung. Und eine große Finanzspritze verdanken wir einer cleveren Idee von Jens Bernhardt, sich in der Rubrik „Wünsche werden wahr“ beim MDR Radio Sachsen zu bewerben und eine (zunächst unbekannte) Aufgabe zu lösen - siehe dazu auch Seite 33 im vorigen Ortsblatt.

Das übliche Dilemma einer solchen Danksagung: Die vielen „kleinen“, doch nicht weniger wichtigen Spenden, Hilfsleistungen und kostenlosen Zuwendungen von Menschen, die auf diese Weise ihre Wertschätzung für das Gemeinwohl zum Ausdruck bringen. Sie mögen bitte verzeihen, hier nicht alle namentlich genannt zu haben (und jeder will das wohl auch nicht unbedingt). Eine Sponsorentafel in der Ausstellung wird es noch geben. Und liebe Heimatvereinsfreunde: Die Würdigung Eures persönlichen Einsatzes erfolgt(e) vereinsintern, einverstanden?

Doch der schönste Lohn für unsere Arbeit ist Ihr Besuch, liebe Leser des Ortsblattes. Also – bis dann!.

Fritz Stengel, Heimatverein Grüna

Dieser Artikel stammt aus dem Ortschaftsanzeiger Grüna / Mittelbach Dezember 2019

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