Horch beim Storch

Horch beim Storch 

Nun ist es hoffentlich bald wieder soweit, und der Storchensommer beginnt auch in Grüna wieder. In Wittgensdorf und Glauchau sind die Horste bereits bezogen. 


Wie geht es aber nun in Grüna weiter? Eines sei schon einmal vorweggenommen: einen künstlich angelegten, zweiten Horst wird es auch in diesem Jahr nicht geben. An dieser Abstimmung mit UNB, Ornithologen und der sächsischen Storchenbeauftragten wird sich vorerst nichts ändern. Grund ist nach wie vor, dass das Nahrungsangebot unserer Gegend für zwei Paare mit Jungvögeln einfach nicht ausreichend groß ist. Nun führt mancher unsere „angeblich so großen Amphibienbestände am Poltermühlenteich“ an. Sicher klangen diese Zahlen einst verlockend, aber man muss wissen, dass der Bestand einerseits um 71 % zurückgegangen ist und sich andererseits zum größten Teil aus Erdkröten zusammengesetzt hat. Diese wandern im März/April zu ihrem Laichgewässer, zu einer Zeit also, da es bei Storchs noch keinen Nachwuchs gibt. Im Sommer, der Zeit des höchsten Futterbedarfs, haben sich die Kröten längst wieder in die umliegenden Gärten und Wälder verzogen, wo sie versteckt unter Steinen und Pflanzen leben und für keinen Storch mehr greifbar sind. In den letzten beiden Jahren gab es glücklicherweise eine Vielzahl an Mäusen auf den umliegenden Feldern, so dass der Tisch dennoch gut gedeckt war. Aber ein kleiner Wassereimer Futter am Tag für die Familie muss trotzdem erst einmal beschafft werden, und dafür sollte man nicht erst weit fliegen müssen. Das Futter muss in 3-5 km Umkreis verfügbar sein. Und dann sind ja da auch noch die Nachbarstörche in Neukirchen, Leukersdorf, Wittgensdorf, Limbach.... 

Alles in allem freuen wir uns also, wenn es in Grüna in jedem Jahr erfolgreich aufgezogenen Nachwuchs gibt. Freilich wird es immer wieder Kämpfe am Horst zwischen den „Besitzern“ und neu in der Gegend ankommenden Tieren geben. Das wird sich nie verhindern lassen. So geht nun mal Natur, und nicht in alles sollte sich der Mensch einmischen. Unsere Jungvögel werden es nicht sein, denn diese suchen sich in der Regel andere Gegenden zum Leben aus als die, in denen sie geschlüpft sind. Wenn sich jedoch ein zweites Paar ganz von selbst hier irgendwo ansiedeln würde, wird ihm niemand wehren und wenn nötig, wird es auch Unterstützung bekommen in Form einer Nisthilfe. Auch daran hat sich nichts geändert. 

Die Gruppe der Storchenfreunde brennt indes darauf, sich bald wieder einmal zusammensetzen zu können und über verschiedene Dinge zu beraten. In Planung sind da noch Hinweisschilder, eine Tafel mit der „Storchenchronik“, und auch die Kamera macht noch nicht das, was sie ursprünglich leisten sollte. Vieles wurde vertagt und nicht alles lässt sich auf Corona schieben. Die Zweigabsammlung im Kirchgarten war ein Beispiel dafür, denn sie war gerade zu der Zeit angesetzt, in der auch in Grüna die Einhaltung der Ausgangssperre strikt kontrolliert wurde. Zum Glück haben sich die Störche in diesem Jahr auf ihren Sammelflügen als umsichtigere Verkehrsteilnehmer erwiesen. Einmal haben sie es dennoch bis in den Verkehrsfunk im Radio geschafft ... 

Warten wir also ab, was uns dieses Jahr bescheren wird, und freuen uns auf schöne Momente mit den Störchen. 

Carola Hilkman 

Dieser Artikel stammt aus dem Ortschaftsanzeiger Grüna / Mittelbach April 2021

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