Sanierung des Teiches beim sogenannten Nebelgut

Sanierung des Teiches beim sogenannten Nebelgut durch Ortschaftsrat und Heimatverein



Mit dem Übergang des Nebelguts an der Bergstraße in Grüna in das Eigentum der Gemeinde Grüna vor über 40 Jahren gehört auch der Teich dazu. Der Teich hat keinen natürlichen Wasserzulauf, sondern wurde durch eine ca. 500 m lange Rohrleitung aus dem Quellgebiet des Unritzbachs versorgt. Über die Jahre setzte sich diese Leitung immer mehr zu, so dass das Wasser zuletzt nur noch in einem dünnen Strahl floss (die trockenen Sommer der letzten Jahre taten ihr Übriges). Der Teich, auf dem ich vor mehr als 60 Jahren Schlittschuhlaufen lernte, der Spielplatz der Kinder im Oberdorf war und auch einmal Fische beinhaltete, verlandete zusehends.

Die Pflege des Teiches und dessen Umgebung hat der Heimatverein seit 19 Jahren übernommen. Besonders die Mitglieder Karl Zimmermann, Klaus Focker und Herbert Heiber, die im Nebelgut wohnen, engagierten sich. Und seit eben diesen 19 Jahren bemühen sich Mitglieder des Heimatvereins im Kontakt zum Grünflächenamt der Stadt um eine Lösung für den langsam versiegenden Wasserzufluss.

Laut Gutachten war die Rettung des Teiches nur durch eine neue Zuleitung möglich. Bernhard Herrmann, Stadtrat und Ortschaftsratsmitglied für die Grünen, machte dazu das Projekt: Die Kosten für Material und Bauleistungen würden sich auf 80 T€ belaufen. Die Chance, dieses Geld aus dem Stadtsäckel zu erhalten (und zwar möglichst bald, bevor vom Teich nichts mehr existiert) ist wohl nahezu gleich Null. Deshalb beschloss der Ortschaftsrat in seiner Sitzung am 15.6.2020 einstimmig (nur die AfD enthielt sich der Stimme), die 7000 €, die Grüna für die Grünflächenpflege für 2020 zur Verfügung stehen, für das Projekt zu verwenden (das reicht gerade für die Leitung und das noch notwendige andere Installationsmaterial, für den Sand zum Schutz der Leitung, für Betriebskosten der Baugeräte) und den Rest kostenlos in Eigenleistungen zu erledigen!

So bewaffneten sich an zwei aufeinander folgenden Sonnabenden im Juni jeweils ca. 15 Mitglieder aus Ortschaftsrat und Heimatverein sowie Anwohner des Nebelguts mit Schaufel und Schubkarren. Die eine Baumaschine stellte Steffen Beckmann zur Verfügung (und er fuhr sie auch), der Grabenbagger kam von der Firma Schrott-Friedrich, gefahren im Auftrag von Maria Storch. Die sachgemäße Installation war durch André Mai und Hendrik Rottluff garantiert, beide Mitglieder im Ortschaftsrat. Und Dank auch an die Senioren aus der Bergstraße 7, die mit zugepackt haben – Herbert Heiber, Karl Zimmermann und Günter Bunk, im Bild von links nach rechts (Bild privat, wie auch alle anderen Bilder).

Eine gemeinsame Aktion, die Spaß machte. Gemeinsame Ziele verbinden. Es waren Arbeitseinsätze, die vor über 30 Jahren „Subbotnik“ geheißen hätten und im April zu Lenins Geburtstag hätten sein müssen – und diesmal waren’s sogar zwei. Und selbst frühere Kontrahenten rauften sich wieder zusammen (die Betreffenden werden es wissen …).

Und so sieht das Ergebnis aus: Es liegt eine 470 lange Wasserleitung, die an der gefassten Quelle am Unritzbach Nähe Waldeck angeschlossen ist. Mehr als die Hälfte der Rohrleitung, jeweils von Quellen- und Teichseite, liegen unter der Erde, der Rest noch überirdisch; der soll dann aber 2021 in die Erde gelegt werden. Und bereits 2 Tage nach Ende der Aktion kam das erste Wasser!

Und noch ein letzter Gedanke: Es gibt in unseren Ortsteilen noch weitere sanierungsbedürftige Teiche (ich denke nur an den Poltermühlenteich)! Und durch unsere Störche (oder besser durch Carola Hilkmans und Andrea Kretzschmars Beiträge dazu) wissen wir auch, wie wichtig die Gewässer für deren Ernährung sind.

Ulrich Semmler

für den Heimatverein Grüna e.V.

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