Der Heimatverein Grüna berichtet im April 2026

Heimatverein Grüna e.V.

 
Grüna erleben – auf dem neuen Rundwanderweg 

So mancher Grünaer und Besucher wird dieses Logo im Ort und am Waldrand wohl schon entdeckt haben. Bei der offiziellen Eröffnung am 14. April 2025 (siehe Ortschaftsanzeiger 3/2025) fehlten dem Rundweg aber noch einige Markierungen und Info-Tafeln. Nun ist er richtig fertiggestellt, und da ist es wohl Zeit, seine ganze Entstehungsgeschichte einmal vorzustellen. Denn dieser Wanderweg mit seiner schönen Streckenführung und vielen heimatkundlichen Informationen ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern das Ergebnis oft mühevoller Kleinarbeit.

Es begann – wie so manches im Leben – mit einer Idee. Und deren Ursprung wiederum lag diesmal nicht in Grüna, sondern in unserer lieben Stadt Chemnitz – genauer gesagt in der Kulturhauptstadt Europas 2025. Also der Wanderweg selbst war schon Grünas Idee – nachdem aus der Stadt das Signal gekommen war, dass auch die Ortschaften am Stadtrand für bestimmte Projekte des Kuha-Jahres finanzielle Unterstützung erhalten würden.

Im Ortschaftsanzeiger vom 3/2021 (ja, so lange ist das nun schon her) stellte Carola Hilkman im Auftrag des Ortschaftsrates Grüna die ersten Gedanken dazu vor, unter der Überschrift „Stadt am Fluss – Begegnung am Wasser: Grünas Beitrag zur Kulturhauptstadt Europas 2025“.

Kernpunkt war, das Areal um den Bolzplatz an der Bergstraße und den dortigen Teich zu einer „generationsübergreifenden Begegnungsstätte“ umzugestalten und die anderen Grünaer Teiche in geeigneter Form einzubeziehen. Sie sollten durch einen Wanderweg miteinander verbunden werden, an welchem Informationstafeln mit Wissenswertem über die hier heimischen Amphibienarten, die Störche oder zur Geschichte der Teiche aufgestellt werden, in Zusammenarbeit mit dem Wanderverein und dem Heimatverein.

Bald entstand daraus der Arbeitstitel „Grüna zu Wasser, zu Lande und in der Luft“, und der Wanderverein, der ja sämtliche Wege in und um Grüna „wie seine Westentasche“ kennt, legte einen entsprechenden Tourenvorschlag vor. Ab Mitte 2022 beschäftigte sich dann eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Wanderverein, Heimatverein und Ortschaftsrat intensiv mit dem Thema und stellte wieder mal fest: Der Teufel steckt im Detail. Inhaltliche Fragen waren zu klären (geht es nur ums Wasser oder auch um die Ortsgeschichte), rechtliche Fragen (Streckenführung und Info-Tafeln auf Privatgrundstücken), die technische Gestaltung der Tafeln, und vieles mehr. Rat und Unterstützung gab der Kreiswegewart Bernhard Müller aus Glauchau.


Der Verlauf des Rundwanderwegs. An den bezeichneten Stellen stehen Informationstafeln.

Nachdem die Streckenführung abgestimmt war, ging es nun um den Inhalt der Info-Tafeln, und wer ist hier für Grünas Geschichte zuständig? Der Heimatverein. Und wie das Leben so spielt, ergibt sich manchmal die Situation, dass nach anfänglicher Euphorie die ganze Arbeit und Verantwortung am Ende bei einer Person „hängenbleibt“: in diesem Fall bei Walter Bunzel, Ortsvorsteher a. D. und auch sonst sehr rührig im Verein. Er hat ein großes Wissen über die Geschichte und die Gebäude Grünas, und mit seinen Computerkenntnissen wagte er sich auch an die grafische Gestaltung der Tafeln. Infolge der inhaltlichen Entwicklung des Projekts entstand dann auch der jetzige Name des Rundwegs, kurz und prägnant: „Grüna erleben“ – denn darum geht es doch.

Nicht zu vergessen: Die Zuständigkeiten der Stadt Chemnitz, denn die war ja der Geldgeber für das Projekt – aber sie hat viele Ämter und Vorschriften. Mit der ihm eigenen Geduld und Zielstrebigkeit navigierte Walter durch den Ämterdschungel und ließ sich auch nicht aus dem Konzept bringen, wenn sein Entwurf durch eine sachunkundige Amtsperson wieder mal verschlimmbessert wurde ... Positiv hervorzuheben ist jedoch die Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt, insbesondere mit Frau Böhmer.

Bei einer Begehung zur anfangs erwähnten Eröffnung, mit zahlreichen Amtspersonen und Mitgestaltern, konnten bereits die ersten beiden Info-Tafeln begutachtet werden. Vor allem die große Panorama-Tafel an „Nitzsches Bank“, am Waldrandweg oberhalb der August-Bebel-Straße, hat in der Zwischenzeit ein großes Interesse gefunden und ein positives Echo hervorgerufen. Selbst „alte Grünaer“ stellen dort fest, dass das eine oder andere Detail ihnen bisher nicht bekannt war ...

E röffnung am 14. April 2025: Walter Bunzel erläutert die Panorama-Tafel an Nitzsches Bank.

Weitere große Tafeln stehen an der „Knuddelbank“ am Ende der Bergstraße, am Folklorehof und am Forsthaus. Die noch fehlenden kleineren Info-Tafeln konnten über das Budget der Kulturhauptstadt nicht mehr finanziert werden, so dass es nur über den Ortschaftsrat Grüna und andere Spender (Baumgarten Apotheke) möglich wurde. Diese werden in nächster Zeit am Herrenteich, am Kinderhaus Baumgarten, am Hexenberg, an der Kreuzung Limbacher Straße / Dorfstraße und am Poltermühlenteich aufgestellt. Die Tafeln selbst sind schon seit November 2025 fertig, aber die Bestätigung für die Aufstellung nahm mehr Zeit in Anspruch als wir geplant hatten. Durch den folgenden Frost haben sich die Arbeiten weiter verzögert. Die Aufstellung der Tafeln wird vorrangig durch Udo Erhard, Mitglied des Ortschaftsrates, und Tobias Köhler vorgenommen. Das grafische Layout aller Tafeln wurde übrigens professionell von Dagmar Langhof von der Firma HB-Werbung und Verlag GmbH & Co. KG ausgeführt, die auch schon unser Heimatbuch von 2013 gestaltet hatte.

 

Anfang Juni 2025: Tilo Landgraf vom Wanderverein und Walter Bunzel montieren die neuen Wegemarkierungen

Für den, der’s noch nicht entdeckt hat, sei noch auf eine Besonderheit hingewiesen: Dieser Wanderweg wäre ja nicht zeitgemäß, wenn er nicht auch einen QR-Code hätte. Dieser führt den Handy-Nutzer auf eine Website von Grüna Online, wo unser André Böttcher viele weitergehende Informationen verlinkt hat, welche den Rahmen der Tafeln sprengen würden. Und wer noch mehr über Grünas Geschichte wissen möchte, der schaue doch mal wieder in unser Heimatbuch von 2013. Was, das haben Sie nicht? Wir können helfen!

Nun dann – erleben Sie Grüna, und das geht bei jedem Wetter.

Fritz Stengel, Heimatverein Grüna e. V.

PS: Auch wenn es im Beitrag nicht erwähnt ist – verständlicherweise, weil es den Autor des Beitrages betrifft: Großen Anteil vor allem an der textlichen Gestaltung rund um den Wanderweg hat nämlich Fritz Stengel selbst. Und er hat die Entwicklung von der Idee bis zur Realisierung aktiv mitgestaltet.

Ulrich Semmler, Heimatverein Grüna e. V.

Dieser Artikel stammt aus dem Ortschaftsanzeiger Grüna / Mittelbach April 2026

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Der Heimatverein Grüna e.V. betreibt diese Internetseite, um unserem Ortsteil Grüna eine gewisse Eigenständigkeit zu erhalten.

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