Manch ein Ort hat keine Pyramide – in Grüna und Mittelbach gibt es deren gleich vier (nicht gezählt die vielen kleineren in den Vorgärten, von denen einige doch eine stattliche Größe haben und vor denen man gern bei den Spaziergängen in der Adventszeit und danach stehen bleibt).
Das Gestell der Pyramide stand schon zu DDR-Zeiten vor dem alten Kindergarten, der dann nach der Wende „Kita Spatzennest“ hieß. Mit der Eingemeindung von Grüna nach Chemnitz ging die Pyramide 1999 in das Eigentum der Stadt Chemnitz über. Theoretisch war damit die Stadt auch für den jährlichen Auf- und Abbau sowie für Pflege und Erhaltung zuständig. „Großzügig“ schenkte die Stadt ihrem Ortsteil Grüna zur Jahreswende 2004/05 die Pyramide zurück, womit die Arbeiten und die Erhaltung an den Grünaer Heimatverein delegiert wurden.
Später, nachdem die Kinder in das neue Kinderhaus Baumgarten umgezogen waren, wurde die Pyramide auf ihren jetzigen Platz vor das Grünaer Rathaus umgesetzt, das Gebäude des ehemaligen Kindergartens wurde abgerissen und wich dem Neubau des Simmel-Marktes.

Am Kinderhaus Baumgarten entstand 2011 eine neue Pyramide (dazu wird später noch berichtet). Im Jahr 2012 erfolgte die Umsetzung der Figuren von der Rathaus-Pyramide zum Kinderhaus. Dank Sponsoren aus dem Ort und dank der Mithilfe und auch finanzieller Unterstützung ortsansässiger Gewerbetreibende gelang es, neue Figuren für die Rathaus-Pyramide zu finanzieren. Gefertigt wurden die Figuren von den Drechslern im Grünaer Schnitzverein.
In ihrer heutigen Form dreht sie sich also jährlich seit 2012. Was heißt drehen … Immer wieder waren Reparaturen und Renovierungen erforderlich. Wir erinnern uns, dass zur Adventszeit 2023 die Pyramide wegen des verschlissenen Lagers stehen blieb. Hier half uns die Firma BMF GmbH schnell und unkompliziert. Ein neues Lager wurde 2024 konstruiert, gefertigt und eingebaut.
Das Pyramidengestell bleibt das ganze Jahr stehen, Auf- und Abbau der Figuren und der Beleuchtung erledigen Mitglieder des Heimatvereins. Wind und Wetter setzen dem Gestell und den Flügeln zu, so dass Renovierungen erforderlich werden, die stemmt der Heimatverein, so einen Neuanstrich in diesem Jahr. Und neue „Kerzen“-Halter kamen hinzu, im 3D-Druck wurden wiederum von der Firma BMF gefertigt.

Über die Jahre wurde immer wieder über die Pyramide Im Ortschaftsanzeiger berichtet, auch mit einem Augenzwinkern, als z.B. 2010 der Baumgarten mit seinem Luftschiff vom Pyramidenflügel abgestürzt war.
Das Einschalten dieser Pyramide erfolgt – verbunden mit Glühwein und Würstchen - jedes Jahr durch den Heimatverein am Samstag von dem ersten Advent.
Deren Aufbau erfolgte 2011 als neues Gestell. Finanziert wurde es von Sponsoren, deren Spendensumme die AWO als Träger der Kindereinrichtung noch einmal verdoppelte. Im ersten Jahr war das Gestell mit selbst gebastelten Figuren bestückt. 2012 erfolgte dann, wie erwähnt, die Umsetzung der inzwischen durch dem Schnitzverein renovierten ehemaligen Figuren der alten Kita-Pyramide zum Kinderhaus.
Wie jedes Jahr am Donnerstag vor dem ersten Advent werden am 27. November die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern, ihren Großeltern und den Erzieherinnen und Erziehern des Kinderhauses die Pyramide „anschieben“.

Die steht vorm Folklorehof. Sie wurde 1979 gebaut und stand damals vor dem Kulturhaus der SDAG Wismut, heute KiG (Kulturhaus in Grüna). Später (Jahreszahl ist nicht bekannt) wurde sie eingelagert. Möglicherweise spielte auch ein Defekt eine Rolle, oder der chronische Geldmangel in der DDR, der eine Reparatur oder einen Weiterbetrieb behinderte.

Mit dem Umbau des Türk-Gutes zum Hotel und Kulturzentrum Folklorehof hat die Pyramide nunmehr seit 1997 dort einen festen Standort. Für Auf- und Abbau und die notwendigen Reparatur- und Wartungsarbeiten sorgt seitdem der Schnitzverein.
Angeschaltet wird diese Pyramide am ersten Advent ab 16 Uhr mit einem stimmungsvollen Nachmittag im Folklorehof - mit der Unterstützung hoffentlich zahlreicher tatkräftiger Besucher und des Weihnachtsmanns. Für musikalische Adventsstimmung sowie Speis und Trank in Form von Rostbratwurst, Glühwein, Stollen und Kaffee ist gesorgt.
Die Idee für den Bau einer Pyramide in Mittelbach entstand 2015 bei der Weihnachtsfeier des Vorstandes des Heimatvereins. Als Standort wurde die Grundschule auserkoren. Die ehemalige Schulleiterin klärte den Aufstellort und die Installation einer Steckdose mit dem Schulamt und ließ eine Ecke im Keller der Schule für die Lagerung der Pyramide frei räumen.
Im Laufe des Jahres 2016 wurde die Pyramide von drei Mittelbachern gebaut: Jürgen Timmermann konstruierte sie nach dem Vorbild seiner privaten Außenpyramide und fertigte die Holzteile dafür. Ulf Köhler konstruierte und baute das Fundament, die Antriebseinheit und die Beleuchtung. Herbert Steinert entwarf, drechselte und bemalte die Figuren.
Außerdem sorgten Sachspenden von Firmen und Privatpersonen (Getriebemotor, Schrauben, Beschläge und Bleche) dafür, dass die Pyramide mit relativ geringem finanziellen Aufwand entstand.
So konnte 2016 deren Einweihung gefeiert werden. Die Kinder der Grundschule und des Kindergartens boten dabei Hunderten von Schaulustigen ein kleines Kulturprogramm. Mittlerweile ist der Sonnabend vor dem ersten Advent in jedem Jahr ein fester Termin im Veranstaltungskalender des Heimatvereines Mittelbach. Da wird vor dem feierlichen Anschieben der Pyramide auch der Mittelbacher Schwibbogen vor dem Rathaus eingeschaltet. Außerdem ist die Mittelbacher Heimatstube für Besucher geöffnet und auf dem Gelände der Feuerwehr findet ein kleiner Weihnachtsmarkt statt.

Und eine weitere Pyramide soll nicht unerwähnt bleiben: In der in die Einheitsgemeinde Grüna-Mittelbach eingemeindeten Stadt Chemnitz (oder war es umgekehrt?) steht zum Weihnachtsmarkt eine große Pyramide (ein bisschen größer als die bisher erwähnten). Deren Figuren sind ebenfalls unter den geschickten Händen der Grünaer Schnitzer entstanden! Also ein echtes Geschenk von Grüna an Chemnitz – und kümmern muss sich darum halt Chemnitz, wie damals umgekehrt Grüna um das „Geschenk“ von Chemnitz.
Ulrich Semmler
Zur aktuellen Renovierung der Pyramide am Grünaer Rathaus erreichte uns noch ein Beitrag von der BMF GmbH.
Bald ist Weihnachten
Nun gut – es ist noch etwa ein Monat bis dahin. Während wir alle schon sehr gespannt darauf warten, treffen auch wir schon ein paar Vorbereitungen für die Weihnachtszeit.
Unser Standort Grüna im Westen von Chemnitz ist für seine 3 großen Ortspyramiden bekannt, wovon eine ganzjährig vor dem Rathaus steht. Doch nur in der Weihnachtszeit wird die dreistufige Pyramide mit leuchtenden Kerzen und Figuren bestückt. Die untere Etage zeigt Figuren der biblischen Christgeburt, in der Mitte befinden sich Figuren ortstypischer Berufe und ganz oben sind Wintersportler und ein Schneemann zu sehen. Am Flügelrad umkreist ein Luftschiff mit dem einst in Grüna tätigen Luftschiffpionier Ernst Georg Baumgarten die Pyramide.
Über den Heimatverein erreichte uns die Bitte zur Herstellung neuer Kerzenhalter, die zum Schutz vor Witterungseinflüssen vor allem wetterfest und möglichst lange haltbar sein sollten. Zu Form und Farbe gab es recht konkrete Vorgaben, die sich an den bisher verbauten Exemplaren orientierten. Hierfür bietet die bei BMF vorhandene 3D-Drucktechnik, die sonst zur Herstellung unterschiedlicher Teile und Komponenten für unsere Strahlanlagen TWISTER und TORNADO genutzt wird, eine hervorragende Basis. Und so entstanden in unserer „3D-Druckerfarm“ in kurzer Zeit 16 neue Kerzenhalter.

Am 29. November erfolgt nun das Einschalten der Grünaer Pyramide. Wir freuen uns auf diese Zeit. Deshalb haben wir das Projekt sehr gern unterstützt und mit unserem Know-how geholfen.
Jens Conrad, BMF GmbH
Der Heimatverein bedankt sich ganz sehr für die Unterstützung, die wir von der BMF GmbH erhalten haben und freuen uns über diese große Hilfe, die wir ohne Kosten erhalten haben.
Mit dieser modernen Technologie konnten wir die Kerzenhalter dauerhaft erneuern und die Funktionssicherheit der Pyramide erheblich erhöhen. Außerdem wird die jährlich Bestückung der Pyramide wesentlich vereinfacht.

Gleichzeitig bedanken wir uns auch bei der Firma SAREI GmbH. Sie hat die Haltebretter für die Kerzenhalter mit einem Schutz aus Niroblech überzogen, um sie gegen die Verwitterung zu schützen. Vielen Dank für alle Unterstützung.
Detlev Mühlstein, Heimatverein Grüna e.V.