Baumgarten, der Fliegende Oberförster

Georg Baumgarten, der Fliegende Oberförster von Grüna


Berühmteste historische Person von Grüna/Sa. ist Ernst Georg August Baumgarten, auch bekannt als „der Fliegende Oberförster“, denn er entwickelte und baute – lange vor Graf Zeppelin – ein lenkbares Luftschiff.

  • 1837: am 21.1. in Johanngeorgenstadt geboren
  • 1857-59: Studium an der Forstakademie Tharandt, danach Förster in Borstendorf
  • 1866: Heirat mit Hedwig Auguste Mechler, Tochter des Borstendorfer Oberförsters
  • 1870: ab 1.7. Oberförster (d. h. Verwalter des Rabensteiner Forstrevieres) in Pleißa
  • 1872: im Dezember Umzug des Dienstsitzes nach Grüna
  • 1873-75: Bau der ersten Luftschiff-Modelle; die ersten beiden sind zu klein für das Gewicht, das dritte ist 10,5 m lang und schwebt, angetrieben durch „Federkraftmotoren“.
  • 1876: Bau einer Montagehalle am Stausee Rabenstein; eigene Erzeugung von Wasserstoff
  • 1877: Veröffentlichung eines Büchleins über "Das lenkbare Flügel-Luftschiff, der Flug-Apparat, ..."; bis 1882 zwölf Patente in Deutschland, Belgien, Frankreich und England.
  • 1878: Versuch des 1. bemannten Aufstiegs in Dresden, Ausfall wegen verschiedener Mängel
  • 1879: Mit Hilfe des Grünaer Gastwirts Franz Keil entsteht eine neue Halle und ein 12,5 m langes unbemanntes Modell, mit dem am 31.7. alle Funktionen nachgewiesen werden.
  • 1879: Über das gemeinsame Hobby „Kurzschrift“ lernt Baumgarten den Leipziger Buchhändler Dr. Friedrich Hermann Wölfert kennen und begeistert ihn für seine Experimente.
  • 1880: In Leipzig gemeinsamer Bau eines Luftschiffes mit 3 Gondeln, 40 m lang, und „Flügelschrauben“ per Hand angetrieben. Am 28.3. sollen drei Personen aufsteigen, doch durch Mißverständnisse steigt allein Baumgarten bis in große Höhe. Die Hülle platzt; sie und das Restgas bremsen den Fall; der Pilot bleibt wie durch ein Wunder unverletzt. Danach verbietet ihm seine vorgesetzte Behörde bei Androhung der Entlassung weitere Versuche.
  • Diese laufen nun unter Wölferts Namen, und Baumgarten bleibt im Hintergrund. Im Oktober 1880 „mehrere glückliche Fahrten“ Wölferts, darunter eine bei Wien über ca. 25 km.
  • 1881: Im April erfolgreiche unbemannte Versuche in Altendorf (Chemnitz)
  • Im Mai/Juni wird Baumgarten durch einen Grünaer Fabrikanten für seine Luftschiff-Ideen öffentlich beleidigt, verliert die Beherrschung und schießt mit seinem Dienstgewehr (ohne zu treffen). Bevor es zur Gerichtsverhandlung kommt, wird er für schuldunfähig erklärt und entmündigt; in der Folge zwangspensioniert.
  • 1882: Im Februar gehen Baumgarten und Wölfert mit einem neuen Luftschiff nach Berlin, um dem Militär ihre Erfindung anzubieten. Der entscheidende Aufstiegsversuch am 5. März endet mit einer Bruchlandung, ausgelöst durch umstehende Bäume und ungeübte Helfer.
  • Georg Baumgarten ist (erblich bedingt) leicht erregbar, neigt zu Jähzorn und Depression. Er ist verarmt; seine Luftschiffprojekte sind ohne Geld und Motor in einer Sackgasse; seine Forschungsarbeit findet keine Anerkennung. Mit seinem Partner Wölfert gibt es zunehmende Differenzen. Im Jahresverlauf 1882 verschlechtert sich seine psychische Verfassung; er bildete sich Krankheiten ein, mit denen er auch seine Familie ins Unglück gestürzt habe. Bei einer amtsärztlichen Untersuchung am 6.12. wird ihm „Wahnsinn“ diagnostiziert, und am 13. Januar 1883 wird Baumgarten in die Landes-Irrenanstalt Colditz eingewiesen.
  • Georg Baumgarten stirbt am 23. Juni 1884 im Alter von nur 47 Jahren an Tuberkulose.

Die Baumgarten-Wölfert-Gedenkausstellung im Rathaus Grüna ist jeden Sa. von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet.

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