Ehemalige Naturheilanstalt lädt zum Wohnen und Staunen

Grüna: Ehemalige Naturheilanstalt lädt zum Wohnen und Staunen


Rund 800 Menschen nutzten den „Tag des offenen Denkmals“, um sich einen Eindruck von der nun abgeschlossenen Sanierung der ehemaligen Naturheilanstalt von Bruno Bertrand Stahringer in Grüna zu machen. Nach aufwändigem Umbau übergaben die Direktorin der Stadtmission Chemnitz Karla McCabe und Planer Thomas Voigtländer das historische Gebäude seiner neuen Bestimmung.

Als Einrichtung für Betreutes Wohnen mit angeschlossener Tagespflege und Pflegeberatung ergänzt das „Haus Waldquell“ ab sofort das Angebot der Stadtmission Chemnitz am Standort Grüna.

Zu den besonderen Herausforderungen bei der Sanierung des 1892 errichteten Hauses, das, nach dem Niedergang der „Naturheilanstalt“, in der DDR eine Zeit lang als Altenheim gedient hatte und anschließend dem Verfall preisgegeben war, gehörte der umfassende Befall von Holzdecken und Böden mit „echtem Hausschwamm“, erinnert sich Voigtländer. Gemeint ist ein Pilz der nicht nur die Bausubstanz zerstört, sondern mit großem Aufwand und unter strengen Auflagen beseitigt werden muss. Auch die Sanierung der Kellerräume sei mit besonderem Aufwand verbunden gewesen: An dieser Stelle habe das „Haus Waldquell“ seinem Namen alle Ehre gemacht, schmunzelt Thomas Voigtländer. Neben dem eindringenden Grundwasser, das Handwerkern und Planern anhaltende Kopfschmerzen bereitet habe, war auch eine Quelle, die, zu Zeiten Stahringers, den Ausschlag für den Bau des Hauses gegeben hatte, im Keller wieder aufgebrochen. „Der Aufwand war gewaltig“, gibt Voigtländer zu Protokoll.

Dass sich die Mühe dennoch gelohnt hat, bestätigt Ingrid Schönherr. Die Mitarbeiterin der Unteren Denkmalbehörde Chemnitz erklärt, dass die im „Schweizerhaus-Stil“ errichtete Anlage ohne Vorbild in der Region sei. Zudem sei „Stahringers Naturheilanstalt“ eng mit der Geschichte des Ortes Grüna verbunden: Der gute Ruf des Sanatoriums habe um 1900 für eine Aufwertung des Örtchens als „Bad Grüna“ gesorgt, das somit als Kur- und Erholungsort Gäste, auch über die Grenzen der Region hinweg, angezogen habe.

Mitglieder des Heimatvereins Grüna e.V. haben an diesem Tag die Geschichte des Hauses über Schautafeln und durch Vorträge präsentiert. Der Vortrag wurde wegen des großen Interesses sechsmal gehalten.

Daran, dass es der Stadtmission Chemnitz gelingen werde mit dem „Haus Waldquell“ an den Glanz vergangener Tage anzuknüpfen, sind nicht nur die Verantwortlichen überzeugt.

Auch die rund 800 Besucherinnen und Besucher am „Tag des offenen Denkmals“ zeigten sich von dem Ergebnis der denkmalgerechten Sanierung beeindruckt. Eine von ihnen ist Renate Eilenberg. Nach eigenen Angaben hatte die 76-Jährige den Niedergang des Hauses über viele Jahre mit angesehen. Damit ist es nun vorbei: „Wie schön das alles geworden ist“, sagt die Seniorin mit leuchtenden Augen. Vor allem, dass es gelungen sei, das historische Foyer, Teile der Ausmalung und einige Türen aus Stahringers Zeit zu bewahren, geht der alten Frau sichtbar zu Herzen. Begeistert ist sie, dass die alten, ehemals muffigen Räume im Erdgeschoss nun eine einladende Tagespflege beherbergen. „Heute ist“, sagt die Seniorin, „für Grüna ein besonderer Tag.“

Dass es ein besonderer Tag wurde, hatte, neben zahlreichen Mitarbeitenden der beteiligten Einrichtungen und des Heimatvereins, auch der Posaunenchor Grüna unter Leitung von Stefan Türk beigetragen. (ci)

Stadtmission Chemnitz e.V.

Dieser Artikel stammt aus dem Ortschaftsanzeiger Grüna / Mittelbach Oktober 2022

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